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Der Einsatz von SANDPIPER Druckluftmembranpumpen in der Sprengstoffentsorgung

Mittwoch, 22. April 2020

Die Altlasten des letzten Weltkrieges tauchen noch immer hier und da in Form von Bomben- oder Munitionsfunden in unseren Städten auf. Nach erfolgreicher Entschärfung vor Ort geht es dann an deren Entsorgung bzw. der Vernichtung der Sprengstoffreste.

Eine Firma, die Technologien für Chemieanlagen entwickelt, hat im Laufe der Jahre für ihre Kunden – in der Regel Institutionen der Bundesländer – ein umfassendes Entsorgungskonzept für diesen Anwendungsbereich entwickelt.

So werden zum Beispiel Explosivstoffe, die nicht mehr wirtschaftlich regeneriert werden können, durch Verbrennen bzw. Ausdüsen mittels eines Hochdruckwasserstrahles vollständig vernichtet. Bevorzugt werden gepresste oder gegossene Raketentreibsätze oder Bomben mittels Hochdruckwasserstrahltechnik mit ca. 510 bar ausgedüst. Das dazu benötigte, mit Ammoniumnitrat angereicherte Wasser wird im Kreis geführt und durch mehrere Filterelemente von grob bis fein gereinigt. In diesem Bereich der Aufbereitung kommen SANDPIPER Druckluftmembranpumpen ins Spiel.

Bedingt durch relativ große Volumenströme, sowie abrasiver Rückstände im Brauchwasser, können keine ‚normalen‘ Standard-Druckluftmembranpumpen mit Kugelventilen eingesetzt werden. Die Rückstände würden sowohl Ventilkugeln als auch Ventilsitze in kurzer Zeit verschleißen.

Die Lösung war der Einsatz einer schon seit vielen Jahren bereits auch in anderen Anlagen erfolgreich eingesetzte Sandpiper Klappenpumpe Modell HDF2-A in Edelstahl-ausführung

Als führender Anbieter von Pumpen namhafter Hersteller und Lieferant von Skids und Kleinanlagen konnte die AxFlow GmbH diesen Auftrag für sich verbuchen. Bei den eingesetzten SANDPIPER Pumpen handelt es sich um eine Baureihe, die vom Hersteller Warren Rupp
speziell für solche Anwendungen konstruiert wurde. Sie werden vornehmlich für Applikationen empfohlen, bei denen abrasive, gelöste oder ungelöste Feststoffpartikel von 10 bis zu 80 mm gefördert werden müssen. Diese Klappenventilpumpen nutzen dabei die Schwerkraft: die Sauganschlüsse liegen oben, das Fördermedium wird über Ventilklappen nach unten zum Druckstutzen gefördert, sodass auch grobere Feststoffpartikel verpumpt werden können.

Die Anschlüsse der Saug- bzw. Druckstutzen können – je nach Einsatzfall – variabel gedreht werden. Ihr Einsatz im Abwasserbereich, in der Industrie, sowie im Baubereich (z.B. U-Bahnbau, Tunnelbau und anderen Großbaustellen im Tiefbau), ist durch die robuste Bauweise von
Gehäusekomponenten, Membranverschleißschutz etc. mehr als gerechtfertigt.

Die Vorteile einer druckluftbetriebenen Membranpumpe:

  • Selbstansaugend
  • Trockenlaufsicher
  • Betriebssicherheit bei Fahren gegen geschlossenen Schieber
  • Durch Regulierung der Luftmenge und des Betriebsdrucks der Luft können diese Pumpen optimal gesteuert werden
  • Weitere Optionen zur Betriebssicherheit bei Membranpumpen sind elektronische Leckagesensoren für die Membranbruchüberwachung sowie eine Hubzählvorrichtung, die direkt auf eine vorhandene SPS gelegt werden kann

Um bei steigenden Gegendrücken und/oder unterschiedlicher Rohrleitungsführung eine Pulsation zu vermeiden, sollte man seitens der Verfahrenstechnik einen Dämpfer installieren.

Wie in dieser Anwendung geschehen, wurden die Pumpen auf einer Grundplatte mit einer Druckleitung inkl. Edelstahl-Pulsationsdämpfer montiert.

Im Rahmen der Prozesssteuerung werden sie über ein Sanftanlaufventil pneumatisch angesteuert. Selbstverständlich erfüllen die Aggregate die ATEX Anforderungen der Gesamtanlage.

Jan Berger, M.Sc.
Produktmanager: Sandpiper