Pumpentechnik zur Förderung von heißem Karamell
Karamell kommt in der Süßwarenindustrie unter anderem zum Überziehen von Gebäck und Waffeln sowie als Füllung für Riegel zum Einsatz. Die Wahl der geeigneten Pumpentechnologie trägt wesentlich zur Produktqualität und zur Effizienz des Herstellungsprozesses bei. Erfahren Sie, welche Vorteile Kreiskolbenpumpen bei der Förderung stark zuckerhaltiger Medien bieten und wie Heizmäntel für Gehäuse und Deckel die Produktqualität sichern und die Standzeit der Pumpe verlängern können.

Karamell als Füllung und Überzug von Süßwaren
Die Süßwarenindustrie setzt Karamell vielseitig ein und kommt unter anderem als Überzug für Eis, Popcorn sowie Waffeln aber auch als Füllung von Riegeln und Toffes zum Einsatz. Die Verarbeitung stark zuckerhaltiger Karamellmasse stellt besondere Anforderungen an die Temperaturführung und Förderung. Einerseits muss die erhöhte Produkttemperatur bis zum Endprodukt konstant gehalten werden, andererseits erschwert die hohe Viskosität der Masse den Förderprozess.
Herausforderungen für Pumpen bei der Karamellförderung
Die Förderung von Karamell stellt hohe Anforderungen an die Pumpentechnik. Abhängig von Rezeptur und Wasser- bzw. Milchanteil kann die Viskosität auch bei erhöhten Temperaturen über 50.000 mPas betragen. Die Pumpe muss das hochviskose Medium zuverlässig und mit möglichst geringem Schlupf fördern, um einen gleichmäßigen Volumenstrom für nachgelagerte Überzieh- und Füllprozesse sicherzustellen.
Ein wesentlicher Einflussfaktor ist die Temperatur. Karamell wird häufig bei etwa 80 °C verarbeitet, um die erforderliche Fließfähigkeit zu gewährleisten. Sinkt die Temperatur, steigt die Viskosität, wodurch sich die Förderleistung verringern kann. Zudem besteht das Risiko von Ablagerungen und Anhaftungen. Die Pumpe muss daher für die erforderlichen Betriebstemperaturen ausgelegt sein.
Auch Hygiene und Reinigbarkeit sind bei der Pumpenauswahl zu berücksichtigen. Der hohe Zuckergehalt begünstigt das Anhaften von Produktresten an produktberührten Oberflächen. Eine geeignete Pumpenkonstruktion in hygienischer Auslegung, temperaturbeständigen Werkstoffen und möglichst wenigen produktberührten Elastomeren erleichtert die Reinigung und trägt zu einem zuverlässigen Produktionsbetrieb bei.
Kreiskolbenpumpen fördern heißes Karamell
Für die Förderung heißer Karamellmasse eignen sich die hygienischen Kreiskolbenpumpen der Baureihe U2 von Waukesha Cherry-Burrell. Durch die spezielle Form der Kreiskolbenrotoren in Verbindung mit der Gehäusegeometrie entsteht im Gegensatz zu herkömmlichen Drehkolbenpumpen eine Flächenabdichtung anstelle einer Linienabdichtung. Dadurch lassen sich auch hochviskose Medien mit Viskositäten von bis zu 1.000.000 mPas bei geringem Schlupf fördern.
Für die Förderung heißer, stark zuckerhaltiger Karamellmasse empfiehlt sich ein EHEDG-konformes Pumpengehäuse in Free-Drain-Design, das eine gute Entleerbarkeit unterstützt. Dieses ermöglicht eine vollständige Restentleerung der Pumpe und verhindert, dass Produktrückstände zurückbleiben und die Qualität der nachfolgenden Charge mindern.

Das Free-Drain-Gehäuse wird herstellerseitig auch als Flatbody-Design bezeichnet
Aufgrund des hohen Zuckeranteils und der damit verbundenen Abrasivität sollte eine doppeltwirkende Gleitringdichtung eingesetzt werden. Diese reduziert das Risiko, dass während längerer Standzeiten zwischen den Chargen Zuckerrückstände an den Dichtflächen kristallisieren und beim erneuten Anfahren Schäden an den Dichtflächen verursachen.
Heizmäntel optimieren die Pumpenstandzeit und Produktqualität
Um die Karamellmasse während der Förderung fließfähig zu halten und die Bildung von Klumpen zu vermeiden, können die Kreiskolbenpumpen von Waukesha Cherry-Burrell mit beheizbaren Deckeln und Gehäusen ausgestattet werden. Durch die zusätzliche Wärmezufuhr lässt sich die Viskosität der Karamellmasse auf etwa 50.000 mPas reduzieren, wodurch die Pumpe entlastet wird.
Kreiskolbenpumpen für fließfähige Süßwaren
Dank ihrer vielseitigen Fördereigenschaften eignen sich Kreiskolbenpumpen sowohl für heiße, hochviskose Medien wie Glasuren und Nougatmassen mit scherempfindlichen Feststoffanteilen als auch für gekühlte Süßwaren wie Speiseeis und Fruchtzubereitungen.
Fließfähige Süßwaren die mit Kreiskolbenpumpen gefördert werden können:
| Medium | Typische Herausforderungen | Vorteile der Kreiskolbenpumpe |
| Karamellmasse | Hohe Viskosität, zähes Fließverhalten und mögliche Kristallisation bei Stillstand. | Förderung von Viskositäten bis 1.000.000 mPas, beheizbares Gehäuse und Deckel zur Temperaturhaltung sowie Flatbody-Design zur vollständigen Restentleerung. |
| Glasuren | Temperatursensibel, Gefahr des Erstarrens bei Abkühlung und ein hoher Zuckeranteil. | Beheizbares Gehäuse und Deckel zur Aufrechterhaltung der Temperatur sowie gleichmäßige Produktförderung zur Überziehmaschine |
| Nougat- und Nusscremes | Scherempfindliche Fettkristalle in der Schokolade, teilweise mit enthaltenen Feststoffen. | Geringe Scherkräfte zum Erhalt der Fettkristallstruktur sowie zum Schutz von Feststoffen wie Crunch-Flakes und Nussstücken. |
| Speiseeis | Niedrige Verarbeitungstemperatur aufgrund des Milchanteils, teils mit Feststoffen. | Deckel sowie Gehäuse können gekühlt werden und das schonende Förderprinzip schützt die Integrität des Mediums. |
| Fruchtzubereitung | Eingekochte, ganze Fruchtstücke und hoher Zuckeranteil, unterschiedliche Viskositäten. | Zweiflügelige Kreiskolbenrotoren bieten größere Förderkammern und können Scherbelastung und Pulsation reduzieren, um Fruchtstücke schonend zu fördern. |